Hintergrund meiner Arbeit
In meiner Jugend faszinierte es mich, mich in von Menschen stark geprägten Gegenden mit ganz spezieller Ausstrahlung zu bewegen. Viele Stunden verbrachte ich z.B. in Kiesgruben oder an nächtlichen Bahnhöfen - Räume mit sehr eigener Atmosphäre und ökologisch desolater oder sozial fragiler Anmutung. Verweilend oder mich durch sie hindurchbewegend nahm ich als Zeuge des Augenblickes ihre Stimmungen in mich auf. Später, während meiner Arbeit beim Fernsehen, hatte ich oftmals mit den Kehrseiten unserer Gesellschaft oder den Abgründen der Menschheit zu tun.
Ich finde es sehr wichtig, dass ökologische und soziale Mißstände aufgezeigt und öffentlich gemacht werden. Es gibt viele großartige Dokumentationen, denen ich eine große Öffentlichkeit wünsche. Und es gibt viel Wissen und kluge Worte, denen leider zu wenig Taten oder Veränderungen folgen.
JedeR einzelne von uns ist gefordert, gegen Mißstände aktiv zu werden.
Was aber haben diese Überlegungen mit meiner Arbeit zu tun?
Ich wurde gefragt, weshalb ich nicht in sozialkritischer Tradition fotografiere und ökologische Mißstände in gängiger Ästhetik dokumentiere.
Ich denke, die Motivation zu Veränderungen entsteht nachhaltig durch den Einsatz für etwas, gepaart mit Wissen und Unmut gegen etwas. Das Aufzeigen und Benennen der Probleme will ich den Nichtregierungsorganisationen, Dokumentarleuten, der Politik und all den vielen basisdemokratisch organisierten AktivistInnen überlassenüberlassen. Selbst mische ich mich als Umweltschutz-Aktivistin konkret immer wieder politisch ein. Und natürlich spiegeln sich diese Themen auch immer wieder mehr oder weniger direkt in meiner Arbeit, da sie mich als Mensch berühren.
Mit meiner Fotokunst lebe ich jedoch einen anderen Ansatz:
In meinem Leben folgte dem Wissen um hässliche Mißstände die Suche nach dem Gegenpol:
der lebensbejahenden Schönheit.
Es macht für mich einen grossen Unterschied, ob ich mich häufig an kaputte Orte begebe, die mich als Realität wohl in ihren Bann ziehen, an denen mein gesammter Organismus sich aber verschliessen und abgrenzen will, oder ob ich mich damit beschäftige, die Schönheit um uns herum herauszuarbeiten. Durch dieses lebensbejahende Umfeld werden meine Sinne und Herz geweitet - ich erlebe ein Gefühl des universalen Friedens, welches ich jedem Menschen wünsche. Entsprechend möchte ich mit meiner aktuellen Arbeit vorrangig die Schönheit der Natur feiern und lade Sie ein, diese tagtäglich im Leben um uns herum auf's Neue zu entdecken.

Formal liegen die Wurzeln meiner Kunst in Malerei und Grafik — abstrakte Kunst, Minimalismus und Farbfeldmalerei prägen meine Arbeit stärker als aktuelle Strömungen der Fotoszene.
Indem ich fotografische Techniken konsequent auslote und sehr bewusst mit Licht, Schärfe und Unschärfe arbeite, kann sich eine besondere Ästhetik abstrakter Formen und leuchtender Farben in fast malerischer Anmutung entfalten.
Die entscheidende Voraussetzung für die Qualität meiner Bilder besteht darin, dass ich mir viel Zeit nehme — unserer stark beschleunigten Epoche zum Trotz — mich in absoluter Kontemplation auf die Natur um uns herum einzulassen.
 

Praktische ökologische Gedanken
Ich versuche, meinen ökologischen Fussabdruck klein zu halten und mein Leben und Arbeiten so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Interessierten schildere ich das auf Nachfragen gerne detaillierter, näher eingehen möchte ich in dem Zusammenhang auf
Bildpräsentationen bei Ausstellungen
Ein aktueller Trend im Kunstmarkt ist es, Kunstwerke ohne Rahmen und Fotokunst in Alu-Dibond oder ähnlichen Verfahren auszustellen. Eine optisch sehr ansprechende Lösung, welche moderne Bilder auch in der Rahmung sofort von Museumsklassikern abhebt.
Aluminium und der "Aufbausandwich" mit Silikon und Acrylglas sind meiner Meinung nach allerdings eine ziemlich umweltkritische Lösung, weshalb ich sie nicht verwenden will.
(Aluminium: link 1 - Umweltlexikon, link 2 - Bundeszentrale für politische Bildung zu Aluminiummine in Indien, dazu auch link 3 - FIAN und link 4 - Brasilienartikel Aluwatch.net, link 5 - BUND und link 6 - Silikon)
Deswegen und unter konservatorischen Aspekten präsentiere ich meine Kunst üblicherweise in klassisch anmutenden schlichten Holzrahmen, welche ideal und zeitlos mit meinen Motiven harmonieren. Eine Variante, die meinen ästhetischen und ökologischen Vorstellungen entspricht.
Bei den Rahmen achte ich darauf, dass die Hölzer nicht aus Regenwaldraubbau, sondern von auch hier wachsenden Bäumen stammen. Leider habe ich bisher nur in Ausnahmefällen Rahmen mit Naturland- oder zumindest fsc-Zertifikat
für ökologische Waldnutzung, welche ich natürlich eindeutig präferiere, entdecken können.
Ausnahmen bestätigen die Regel - andere wohldurchdachte Präsentationsformen kommen Objektbezogen vor.
Geschäftspartner
Ich freue mich, dass die Betriebe, deren Produkte ich häufig verwende oder mit denen ich regelmäßig zusammen arbeite, ebenfalls ein Augenmerk auf Umweltthemen haben:
Meinen Bürobedarf beziehe ich in Vorratsbestellung über den Umweltversandhandel memo.
Hahnemühle, deren hervorragenden Künstlerpapiere ich für meine fineart-prints verwende, hat ebenfalls eine umfangreiche Umwelterklärung veröffentlicht. Leider gibt es diese Künstlerpapiere, welche die Ansprüche an hochwertige Ausdrucke in Punkto Detaillwiedergabe und Farbbrillanz sowie Archivbeständigkeit perfekt erfüllen, soweit ich weiss, bisher weder aus Recyclingzellstoff noch in Biobaumwollqualität (Basis von PhotoRag). Ich nehme an, das hat mit der benötigten Faserlänge, aber realistisch betrachtet wohl leider auch mit zu wenig Nachfrage zu tun.
artificial image - Werkstatt für digital fine art prints, meine Druckerei, versicherte mir im Erstgespräch ebenfalls, dass sie möglichst umweltbewusst agieren und bezieht Ökostrom.
Ebenso arbeitet mein Webhost All-Inkl.com mit Ökostrom. Allerdings in der nicht ganz glücklichen Variante mit dem ok-power - Siegel statt des besseren Grüner-Strom-Labels. (Mehr Informationen dazu: Grüner Strom gegen ok-power Wikipedia-Artikel zu zu den Siegeln Stromanbieter für eine echte Energiewende )
Auch der große Konzern Epson, auf dessen Druckern meine fineart-prints entstehen, formuliert hohe Umweltziele und -Richtlinien. Mögen sie diese auch überall auf der Welt einhalten.
Bei meinem Künstlermaterialien-Grosshandel und vielen seiner Produkte sieht es leider oftmals nicht ganz so gut aus.
Wollen wir hoffen, dass hier in den nächsten Jahren noch weitere Verbesserungen stattfinden.
Also immer wach bleiben und engagiert sein!

Dass ich selbst Ökostrom nutze, mein Bankkonto bei einer «Umweltbank» habe, mich vegetarisch und möglichst biologisch ernähre und zu Fuss, mit dem Rad oder dem ÖPNV unterwegs bin, sowie stromsparend bevorzugt mit dem Tageslicht lebe bzw. zumindest sparsame LED-Leuchten verwende, ist Ehrensache.

Ich wünsche unserer Gesellschaft ein bewusstes, kritisches und von Schönheit im weitesten Sinne geprägtes Lebensgefühl, Denken und Handeln.